Wildtierhilfe zu Gast bei der Universität Bamberg

 

Am 04.02.2014 war die Wildtierhilfe Bamberg zu Gast bei der Universität Bamberg. Yelva Larsen, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Bamberg (Didaktik der Biologie) hatte Susanne Wicht und Monika Füllgraf zu einer Seminarstunde mit den Zoologiestudentinnen eingeladen.

Da der Winter  2013/2014 weitgehend mild verlief, konnten Susanne Wicht und Monika Füllgraf den staunenden Studentinnen sogar zwei halbflügge Amselkinder und ein frisch geschlüpftes Taubenbaby als lebende Anschauungsobjekte präsentieren. Handaufzuchten fühlen sich durch Transporte und das Angesehen-Werden nicht beeinträchtigt, im Gegensatz zu adulten Wildtieren. Für diese würde es puren Stress bedeuten, vom vermuteten Feind anvisiert zu werden. Die viel zu früh im Jahr geschlüpften Vogelbabys hätten in der freien Wildbahn kaum eine Überlebenschance gehabt, da die Nahrung im Winter nicht mal für die erwachsenen Tiere ausreicht. Insbesondere mangelt es an Insekten, welche Babyamseln in der Aufzuchtphase von den Elterntieren vorrangig als Nahrungsquelle gereicht bekommen. Zwei weitere Amsel-Geschwisterchen starben bereits vor dem Eintreffen bei Monika Füllgraf.

Susanne Wicht und Monika Füllgraf berichteten den Studentinnen davon, wie sie selbst zur Wildtierpflege kamen, wie und warum die Wildtierhilfe Bamberg entstand und welche Ziele die Wildtierhilfe Bamberg abgesehen von der Rettung von verwaisten, kranken und verletzten Wildtieren und Tauben noch hat. Sinn und Notwendigkeit einer Wildtierauffangstation für Bamberg und Umgebung wurden diskutiert. Rechtliches zum Thema Wildtierpflege wie Vorrang des Jagdrechts und naturschutzrechtliche Vorschriften wurde ebenso erläutert.

Gegenstand einer Diskussion war auch die immerwährende Streitfrage zwischen Naturschützern allgemein und Tierschützern im Besonderen, ob der Mensch überhaupt in die Natur eingreifen sollte. Hier vertritt die Wildtierhilfe Bamberg den Standpunkt, dass der Mensch ohnehin täglich massivst in die Natur eingreift, durch Industrie, Abholzung, Straßenverkehr, Häuserbau (Fensterscheiben sind häufige nicht natürliche Todesursachen für Vögel), Umweltverschmutzung und Lärm. Hilfebedürftigen Wildtieren und Tauben zu helfen versteht die Wildtierhilfe als gerechten Ausgleich für das, was die Menschheit der Tierwelt durch die Zivilisation und Industrialisierung an Schaden zufügt.

Susanne Wicht und Monika Füllgraf stellten auch heraus, dass sie aus Gewissensgründen nicht zwischen "natürlichen" Opfern und "zivilisationsbedingten Opfern" unterscheiden. Hilfe wird demjenigen gewährt, der Hilfe benötigt, auch unabhängig von der Ursache der Hilfebedürftigkeit, dem Fundort und der Tageszeit. Den Studentinnen wurde auch erklärt, warum die Wildtierhilfe Bamberg gehandicapte, aber ansonsten gesunde Wildtiere nicht euthanasieren lässt, sondern sie in geeignete Wildtierauffangstationen wie die von Sabine Witt in Stadtsteinach weiter vermittelt.

Den Studentinnen wurde erklärt, dass eine Privatinitiative leider nicht über die wirtschaftlichen Mittel wie ein alteingesessener Verein verfügen kann und die Wildtierhilfe Bamberg daher umso mehr auf Sponsoren und Gönner angewiesen ist, um ihre Aufgaben weiterhin erfüllen zu können.

Da eine Wildtierauffangstation in Bamberg und Umgebung dringend benötigt wird und die Mittel zur Schaffung einer solchen Anlage den privaten Helferinnen leider fehlen, sucht die Wildtierhilfe Bamberg insbesondere spendierfreudige Unternehmer und auch Unterstützung aus der Politik.

Während der Vorstellung der Aufgaben und Ziele der Wildtierhilfe Bamberg konnten die Studentinnen die Fütterung des Babytäubchens mit Nutribird-Futterbrei beobachten. Zum Abschluss drehte noch eines der Amselkinder eine erste Flugrunde durch den Seminarraum und hinterließ auf der Tasche der wissenschaftlichen Mitarbeiterin ein nicht ganz gesellschaftsfähiges Häufchen, welches Susanne Wicht natürlich sofort entfernte.  :-)

Yelva Larsen dankte Susanne Wicht und Monika Füllgraf für die Bereitschaft, den Studentinnen Rede und Antwort zu stehen und überreichte beiden zwei frühlingshafte Gerbera-Blumentöpfe als Dankeschön fürs Kommen.

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Ein Foto von der Veranstaltung können Sie hier ansehen:

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